Brief an unseren Bundestagsabgeordneten

Herrn Professor

Dr. Dr. Karl Lauterbach

Lieber Karl,

wir, die Mitgliederversammlung von 60plus (08.08.2017) haben Deine öffentliche Haltung zum zentralen Verkehrsproblem Leverkusens, der Rheinquerung der A1 (langer Tunnel), einmütig begrüßt.

Angesichts der neuesten medizinischen Studien zu den gesundheitlichen Gefahren des durch den Autoverkehr verursachten Feinstaubes, der Stickoxide usw. und dem bahnbrechenden Urteil des Verwaltungsgerichtes Stuttgart, sieht die Straßenplanung von Straßen NRW ziemlich alt aus.

Wie sehr Feinstaub, von Stickoxiden gar nicht zu reden, das Leben und die Gesundheit der Menschen beeinträchtigt, hat uns im Frühjahr der Leverkusener Lungenfacharzt Norbert K. Mülleneisen überdeutlich vor Augen geführt. Statistisch gesehen, sterben daran einige hundert Leverkusener vorzeitig. Wir verstehen durchaus, dass die Befürworter des Brückenneubaus nicht schon wieder in einen langwierigen Abwägungsprozess hinein wollen. Nicht schon wieder diese „Kröte schlucken wollen“. Doch zunehmend erkennen wir, dass der kleine Tunnel alleine keine hinreichende Schutzfunktion erfüllt. Genau darauf haben die Anwohner nach dem Urteil des oben erwähnten Gerichts aber Anspruch. Weil, mit den Worten des Gerichtes „… der Schutz der Rechtsgüter Leben und Gesundheit der von den Immissionen betroffenen Wohnbevölkerung … höher zu gewichten ist, als die dagegen abzuwägenden Rechtsgüter (Eigentum und allgemeine Handlungsfreiheit) der … betroffenen Kraftfahrzeugeigentümer“. Kurz: die Wohnbevölkerung darf nicht für „freie Fahrt für freie Bürger“ schutzlos gehalten werden.

Noch eine Anmerkung zum Schluss:

Auch die A3 filetiert unsere Stadt und gehört weitgehend in einen Tunnel. Wir wollen Dir in beiden Fragen den Rücken stärken und meinen wie Du: Der neue Bundestag muss baldigst eine Entscheidung im Sinne der anwohnenden Bevölkerung treffen.

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand der SPD AG 60plus

Rentenbericht

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Bei unserer Mitgliederversammlung am 8. August 2017 ging es um die Rente. Sachkundiger Gesprächspartner war uns dabei unser Vorstandsmitglied Ernst-Otto Radcke. Ernst-Otto einen Rentenexperten zu nennen, ist wohl nicht zu hoch gegriffen. Er weiß eigentlich alles rund um die Rente. Und so haben wir denn auch erfahren, dass die „Rentenreformen“ der vergangenen 20 Jahre aus der ehemals lebensstandard- und armutsfesten Versorgung im Alter in vielen, ja allzu vielen Fällen eine nicht mehr ausreichende gemacht haben. Garantierte die gesetzliche Rente z.B. noch 1997 ein Renten-Niveau (misst das Verhältnis zwischen Rente und Lohn bzw. Durchschnittsentgelt) von 70%, so tut sie das heute nur noch zu 47,9 %. Und das nur, dem Standardrentenempfänger, der 45 Jahre lang immer zum Durchschnittsentgelt gearbeitet hat und ohne Abschläge in Rente geht.

Es lässt sich nicht beschönigen: Die wiederholten „Reformen“ führen angesichts von Beitragsdeckelung, Niedriglohnsektor, unfreiwilliger Teilzeitbeschäftigung, Scheinselbständigkeit und sachgrundlosen Befristungen schnurstracks in die Altersarmut zukünftiger Rentenbezieher/innen. Die Stabilität der Rentenversicherung wurde wirtschaftlichen Interessen geopfert. In der nachfolgenden lebhaften Diskussion waren wir uns im Ergebnis einig: Wir brauchen in Solidarität mit denen, die nach uns älter werden eine Rentenpolitik, die wieder ernst macht mit der Sicherung des Lebensstandards und der Armutsfestigkeit.

Dabei wurden folgende Forderungen bzw. Anmerkungen diskutiert, dass

-          die Sicherheit des umlagefinanzierten Altersversorgungssystems gewährleistet bleibt

-          die Stabilisierung des Rentenniveaus auf 48% (SPD-Wahlprogramm) und die schrittweise Erhöhung
       auf alte Werte erfolgt


-          alle „Dämpfungs-und Kürzungsfaktoren“ in der Rentenformel gestrichen werden, die die Anpassung
       an die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung behindern


-          die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Leistungen zukünftig und überschaubar rückwirkend
       ausschließlich aus Steuermitteln und nicht aus Beitragsmitteln der Rentenversicherung erfolgt


-          eine Mindes – und Höchstrente festgelegt wird

-          das alle Lohn- und Gehaltseinkommen beitragsmäßig herangezogen werden, unabhängig von ihrer Höhe

Alles in allem hatten wir einen höchst anspruchsvollen, diskussionsfreudigen Nachmittag mit einem kenntnisreichen und in Sachen Rente gewohnt souveränen Gesprächspartner.
Der Beifall war entsprechend, lang und herzlich.      


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Hans Klose
Vorstand

Sommerfest bei 60Plus

Am 11.07. feierten wir den SOMMER UND UNS!!

Wir hatten mehrere Künstler angesprochen und hinhaltende, dann absagende Antworten erhalten.

Auch die Vertreter der Parteispitze gaben sich verhindert!?!
Zu unserer Freude konnten wir jedoch die Vorstandsmitglieder Rogerio Pires und Jörg Theis begrüßen.

DAS war unser imaginärer Startschuss für ein Fest

c Sommerfest 2    FÜR UNS und UNTER UNS!

Da die Küchenabteilung der AWO uns das Grillen - auf 's Vortrefflichste – abnahm,
a Sommerfest 5  b Sommerfest 4

hatten fast alle Vorstandsmitglieder endlich mal Zeit für persönliche und politische Gespräche.
Wir nahmen diese Chance war und genossen sie in vollen Zügen. e Sommerfest 1

Das Murmeln und Summen aus dem „KSH“ war bis auf die Straße zu hören.

Wir waren sehr, sehr zufrieden und um eine wichtige Erfahrung reicher - wir können es sehr gut         ALLEIN !!

Die Bilder unser "Hoffotografin" belegen das Gesagte hoffentlich eindrucksvoll?!!

d Sommerfest 1
Wolfgang-Fritz Neumann
2. Vorsitzender

Der 7. Altenbericht

Der 7. Altenbericht

Ende 2016 hat die Bundesregierung den 7. Altenbericht herausgegeben. Der Siebten Altenberichtskommission hatte sie aufgegeben, in ihrem Bericht herauszuarbeiten „welche lokalen Voraussetzungen die gesellschaftliche Teilhabe und ein gutes Leben (aller)ältere(n) Menschen“ ermöglichen. Kurz, wie sicher zu stellen ist, dass auch älteren Menschen mit aufrechtem Gang und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben, dem politischen und kulturellen, teilhaben können und es auch praktisch tun. Herausgekommen sind Feststellungen, die einerseits die momentane Situation treffend beschreiben, als da sind die Gefahr sozialer Isolation („Vereinsamung“), das nicht nur subjektive Empfinden mangelnder sozialer Sicherheit (Altersarmut) aber auch Umweltbeeinflussungen in Form von Lärm, Schadstoffen und Angst vor gesundheitlichen Defiziten und Beeinträchtigungen. Andrerseits aber auch die positiven Aspekte, wenn das kommunale Augenmerk auf die Beseitigung dieser Umstände gerichtet wird. Die Wohnung, das Wohnumfeld, das Quartier wird, weil - „je älter ein Mensch wird, desto kleiner wird oft sein Aktionsradius (physisch, gesellschaftlich und physisch)“, zu seinem eigentlichen „Zuhause“. Hier ist er unterwegs. Die veränderten Anforderungen, die sich daraus ergeben, kommunalpolitisch zu berücksichtigen und mit einem entsprechenden Wohnumfeld, Infrastruktureinrichtungen und Verkehrssystemen zu antworten, wird die Aufgabe der Zukunft sein. Es geht dem Bericht zufolge um notwendige soziale, kulturelle, kommunikative Leistungen, die kleinräumiger als bisher zwischen den Altersgruppen und Personen mit unterschiedlichem gesundheitlichem Status zu organisieren sind. Es geht um uns alle, Jung und Alt, Frau und Mann, Einheimische und Fremde. Mit der Politik für Alte nutzen wir allen.