Offener Brief zur geplanten Rastanlage an der A 1 in Leverkusen

Derzeit plant die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur eine unbewirtschaftete Rastanlage (PWC-Anlage) auf dem Gebiet der Stadt Leverkusen.
Am 22. Mai 2017 hat sich der Rat der Stadt Leverkusen einstimmig gegen den Bau solch einer Rastanlage ausgesprochen. Mittlerweile liegt das Antwortschreiben aus dem Bundesverkehrsministerium vor und wirft bei uns viele Fragen auf.

Derzeit plant die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur eine unbewirtschaftete Rastanlage (PWC-Anlage) auf dem Gebiet der Stadt Leverkusen.

Am 22. Mai 2017 hat sich der Rat der Stadt Leverkusen einstimmig gegen den Bau solch einer Rastanlage ausgesprochen. Mittlerweile liegt das Antwortschreiben aus dem Bundesverkehrsministerium vor und wirft bei uns viele Fragen auf.

„Wir, die SPD-Fraktion Leverkusen und die SPD Leverkusen, haben Verständnis für den Bedarf an weiteren Parkflächen entlang der großen Transitstrecken und auch für den Bereich zwischen Wuppertal und Köln. Die Fahrerinnen und Fahrer von Lastkraftwagen, benötigen entsprechende Stellflächen um ihre Pausen und Ruhezeiten durchzuführen und sich zu erholen. Gleichzeitig müssen entsprechende sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen,“ so Peter Ippolito, SPD-Fraktionsvorsitzender und Aylin Doğan, Vorsitzende SPD Leverkusen.
Der Bundesverkehrsminister muss aber auch Verständnis dafür haben, dass die Stadt Leverkusen durch drei Autobahnen wie kaum eine andere Stadt in Deutschland durch den überregionalen Fernverkehr betroffen ist. Der gigantische Aus- und Umbau im Bereich A 1, A 3 und Rheinbrücke wird große zusätzliche verkehrlichen Belastungen auf unsere Stadt zukommen lassen. Es ist daher erst recht nicht nachvollziehbar, dass mit Lützenkirchen/Steinbüchel und Alkenrath erneut zwei Flächen in Leverkusen als Standorte für eine Rastanlage in Betracht gezogen werden. Wir haben kein Verständnis, dass eine weitere Großbaustelle die Lebensqualität in unserer Stadt zusätzlich einschränken soll. Wir sind nicht bereit, noch mehr Flächen unseres ohnehin knapp bemessenen Stadtgebietes dem Ausbau der überörtlichen Verkehrsinfrastruktur zu opfern. Wir können nicht hinnehmen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner dicht besiedelter Leverkusener Stadtteile zusätzlichen Immissionen besonders durch ankommende und abfahrende LKWs dauerhaft ausgesetzt werden.
„Erstaunt sind wir darüber hinaus, dass bei den zahlreichen Ausbauten von Rastanlagen an der A 1 und der A 2, also an den großen Transitrouten, keine modernen Techniken zur besseren Auslastung vorhandener Stellflächen genutzt werden. In der Amtszeit des Vorgängers von Alexander Dobrindt wurden einige Pilotprojekte auf den Weg gebracht. Unter anderem wurde die nächtliche Nutzung von PKW-Parkflächen durch LKW, Anzeige von verfügbaren Stellflächen schon auf der Strecke, sowie die durch Telematik unterstütze Parkraumbewirtschaftung erprobt. In Kombination mit Kolonnenparken lassen sich durch diese Methoden die Kapazitäten von vorhandenen Anlagen deutlich erhöhen. Viele Beispiele, u.a. in Rheinland-Pfalz, zeigen dies“, so Peter Ippolito.
Mit dem Offenen Brief werden daher folgende Fragen an den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gestellt:
Warum beim Ausbau vorhandener Rastanlagen nicht auf diese technischen Methoden zurückgegriffen wird?
Ist das Bundesverkehrsministerium nicht willens in technische, moderne Anlagen im Bundesfernstraßennetz, vor allem auch in NRW, zu investieren?
Ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht geboten zu überprüfen ob durch Telematik und Kolonnenparken die Kapazitäten der vorhandenen und der sich aktuell im Ausbau befindlichen Anlagen ausbauen lassen?
„Darüber hinaus wollen wir wissen, ob ein alternativer Standort zwischen Leverkusen und der Raststätte Ville in Frage kommt. Bisher wurde nur der Teilabschnitt zwischen Wuppertal und Leverkusen geprüft,“ so Aylin Doğan.